WÄRMEPUMPENHEIZUNG

Die Wärmepumpe als Vollheizung ist seit 2019 die meistverkaufte Heizungsart für neue Wohnimmobilien in Deutschland und wird seit Jahrzehnten in den skandinavischen Ländern in Wohnhäusern verbaut. Seit über 40 Jahren werden Wärmepumpenheizungen weiter entwickelt und installiert. 

Es ist also eine bewährte und sehr umweltfreundliche Heizungsart, da Du vollkommen auf Öl, Gas oder Holz fürs Heizen verzichtest. Insbesondere im Zusammenspiel mit Deiner eigenen Solarstromanlage auf dem Dach und Deiner Solarbatterie im Haus macht sie Sinn, weil Du so bis zu ca. 70% des Strombedarfs der Wärmepumpe selbst decken kannst. 

Nutzt Du zudem die über uns darstellbaren Direktmarktzugänge kannst Du bei ausreichender Dimensionierung Deines Solarkraftwerks sogar 0 € Strom-/Heizkosten im Monat und 100% Unabhängigkeit von klassischen Energiekonzernen erreichen. Und dass Wärmepumpen auch im Altbau sinnvoll sind, hat nicht nur das Fraunhofer Institut schon 2020 herausgefunden und veröffentlicht, sondern auch der Sender SWR hat hierzu ein sehr interessantes Praxisvideo veröffentlicht. Scrolle herunter und informiere Dich!
Wie funktioniert eine Wärmepumpe?

Der Hersteller Wolf GmbH hat hierzu einen leicht verständlichen Videobeitrag auf Youtube veröffentlicht, den wir hier verlinkt haben.

Bis zu 70% Förderung vom Staat

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Neue Förderung Bestandsimmobilie laut Gesetzentwurf Bundesregierung 06.2023:

  • 30% Zuschuss für Luft-Wasser-Wärmepumpe
  • weitere 30% Zuschuss, wenn Jahreseinkommen unter 40.000 €
  • weitere 20% Zuschuss, wenn Wärmepumpe eingebaut wird bevor die Kommune einen Wärmeplan erstellt hat
  • begrenzt auf maximal 70% Zuschuss gesamt

Änderungen und Irrtümer vorbehalten. Details folgen nach Gesetzesbeschluss.

Kurzvergleich:
Erdgasheizung vs. Wärmepumpenheizung

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Ist eine Wärmepumpe für alte Immobilien geeignet?

Wärmepumpen gelten unter Fachleuten als das Heizsystem der Zukunft. Spätestens seit klar ist, dass in Deutschland fossile Energien auch aus Gründen der Versorgungssicherheit schnellstmöglich verabschiedet werden müssen, geht an der zum Teil unterschätzten Technologie kein Weg vorbei. Im Neubau sind die Anlagen ohnehin zum Standard avanciert.

2021 wurde in Deutschland erstmals mehr als die Hälfte aller Neubauten mit Wärmepumpen ausgerüstet. Ein ähnlicher Trend in Richtung Wärmepumpe zeigt sich jedoch zunehmend auch im Bestand, zumal der Sanierungsdruck durch die politischen Entwicklungen erheblich verstärkt worden ist. Wo der Austausch bestehender Öl- und Gasheizungen auf dem Plan steht, ist die Wärmepumpe heute oft erste Wahl – auch in Bestandsgebäuden.

Trotz der klaren Tendenz zur Wärmepumpe werden in der öffentlichen Debatte in Deutschland jedoch immer wieder systematisch Zweifel an einer Eignung von Wärmepumpen in Bestandsgebäuden als Heizung gesät.

Die Argumente sind dabei regelmäßig dieselben: Mit einer Wärmepumpe ließen sich insbesondere Altbauten nicht effektiv beheizen. Während Wärmepumpen in gut isolierten Neubauten mit ihren typischen Fußbodenheizungen hervorragend funktionierten, sei im Bestandsbau nichts Vergleichbares zu erwarten. Mit vertretbaren Ergebnissen dürfe allenfalls dann gerechnet werden, wenn zuvor massiv in die Sanierung der Gebäudehülle und des Wärmeübergabesystems investiert würde.

Richtig ist an dieser Argumentation, dass eine Wärmepumpe in Bestandsgebäuden kaum dieselbe Effizienz erreichen wird wie im Neubau. Jahresarbeitszahlen (JAZ) zwischen 5 und 6, wie sie im KfW-Effizienzhaus 55 oder 40 erzielt werden können, sind in Bestandsgebäuden unrealistisch.

Darüber hinaus ist an den Einwänden allerdings nicht viel Wahres. Denn auch mit einer JAZ von 3 bis 4, wie sie gute Wärmepumpen im Bestand selbst bei Gebäuden ohne Flächenheizung – also mit Heizkörpern als Verteilsystem – erreichen können, ist die Wärmepumpe um ein Vielfaches umweltfreundlicher als jeder Öl- oder Gaskessel und durchaus wirtschaftlich im Altbau zu betreiben.

Folgt man seriösen Einschätzungen, ist davon auszugehen, dass etwa 80 Prozent des Bestands ohne weitere Sanierungsmaßnahmen auch mit einer Wärmepumpe statt mit einem fossilen ­Wärmeerzeuger effizient beheizt werden können.

Tatsächlich gehen viele wärmepumpenkritische Argumentationen oft stillschweigend von einem Gebäudebestand aus, der in der Praxis kaum noch anzutreffen ist. Dass über Jahrzehnte hinweg weder in die Gebäudehülle noch in eine ­Modernisierung und angepasste Auslegung des Wärmeübergabesystems in einem Bestandsbau investiert wurde, mag in Einzelfällen ­vorkommen – die Regel ist es längst nicht mehr.

Das Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISE hat 2018/19 in einer umfangreichen Studie über Wärmepumpen in 15 bis 150 Jahre alten Bestandsgebäuden festgestellt, dass üblicherweise auch hier durchweg sehr gute Effizienzwerte erzielt werden.

Luft-Wasser-Wärmepumpen beispielsweise erreichten laut ISE-Studie im Durchschnitt Jahresarbeitszahlen (JAZ) von 3,1. Erdwärmepumpen kamen im Schnitt sogar auf eine JAZ von 4,1. Auch der gerne erhobene Einwand, dass die weit verbreiteten Luft-Wasser-Wärmepumpen – die als Wärmequelle die Umgebungsluft nutzen – an kalten Wintertagen zu oft auf den integrierten Heizstab zurückgreifen müssten, um außentemperaturbedingte Effizienzdefizite auszugleichen, ließ sich in der Praxis nicht erhärten.

Wie die Studie zeigte, entfielen bei Luft-Wasser-Wärmepumpen im Durchschnitt nur 1 bis 3 Prozent des Stromverbrauchs auf den Einsatz des Heizstabs – ein Wert, der in der Gesamtbetrachtung nicht ins Gewicht fällt. 

 Von mangelnder Eignung für bestehende Gebäude kann bei Wärmepumpen somit nicht die Rede sein, im Gegenteil: Dass eine Wärmepumpe auch im Bestand ihren Zweck erfüllt, sollte als der Regelfall angesehen werden. Selbstverständlich bleiben auch dann noch Bestandsgebäude übrig, deren Sanierungsstau so groß ist, dass von einer Wärmepumpeninstallation zunächst einmal abgeraten oder zumindest auf eine Hybridlösung aus Wärmepumpe und fossiler Heizung im Altbau gesetzt werden muss.

Ausschlaggebend ist hier die Frage nach der erforderlichen Vorlauftemperatur der Heizung in einer Bestandsimmobilie: Beträgt diese maximal 60 Grad, kann bedenkenlos auch eine Wärmepumpe zum Einsatz kommen. Falls jedoch Temperaturen von 65 oder 70 Grad benötigt werden, sollte das Verteilsystem geprüft werden, ob mit punktuellen Maßnahmen wie z.B. einer Vergrößerung der Heizfläche durch einen gezielten Austausch von Heizkörpern die erforderliche maximale Vorlauftemperatur gesenkt werden kann.

Moderne Wärmepumpen mit neuen Kältemitteln können indessen selbst solche Bedarfe oft ohne Zusatzmaßnahmen decken. Ist allerdings für die Heizung eine dauerhafte Vorlauftemperatur von über 70 Grad erforderlich, ist die Bestandsimmobilie wohl tatsächlich in hohem Maße energetisch sanierungsbedürftig. Hierbei sollte jedoch nicht unterschlagen werden, dass ein hoher Sanierungsbedarf auch jede Öl- und Gasheizung im Altbau komplett unwirtschaftlich werden lässt, zumal angesichts der dramatischen Preissteigerung bei fossilen Brennstoffen.

Auch der Sender SWR hat in der Praxis zu Wärmepumpen im Bestandsbau recherchiert und dieses interessante Video veröffentlicht:


Fazit: Eine große Heizungsfläche wie eine Fußbodenheizung oder viele bzw. überdimensionierte Heizkörper an der Wand sind immer optimal für eine effizient laufende Wärmepumpe, da hier eine geringere Vorlauftemperatur des Heizwassers ausreicht, um das Haus im Winter ohne Zuschaltung eines Spitzenlastgeräts (Heizstab) warm zu bekommen. Aber auch Wärmepumpen in teilsanierten Wohnhäuser ohne Fußbodenheizung erreichen gute Effizienzwerte. 

Teste es selbst zuhause: Stelle im Winter bei Minusgraden die Vorlauftemperatur Deiner Heizung auf 55 Grad Celsius oder niedriger ein. Wenn Deine Räume dann noch ausreichend warm werden, dann passt es! Falls nein, dann sind Investitionen in die Gebäudehüllendämmung und/oder in neue, größere Heizkörper zu empfehlen.

Beispielfotos von Außengeräten einer Luft-Wasser-Wärmepumpe (meist verkaufte Art)

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Fragen & Antworten

Einige Anbieter von Klimageräten werben damit, dass man im Bestandsbau mit mehreren Klimageräten im Haus preislich viel günstiger fahren würde als mit einer Wärmepumpenvollheizung und dass man damit im Sommer ja auch noch kühlen könne. Wärmepumpen gibt es zwar auch mit Kühlfunktion, das ist jedoch im Bestandsbau zum Teil nicht realisierbar. Der Anschaffungspreis von Klimageräten kann – je nach Anzahl der Einzelklimageräte – günstiger sein als eine zentrale Wärmepumpenheizung.

Hier aber ein paar weitere Fakten zu Klimageräten, die oftmals nicht sofort benannt werden:

  • Klimageräte werden nicht wie Wärmepumpen vom Staat (mit z.B. 40%) gefördert, sodass nach Förderung die Wärmepumpen-Anschaffungskosten auch unter 20.000 € liegen können
  • Man benötigt ggf. je Raum ein Klimagerät, wenn ich die Räume gleich oder unterschiedlich warm bzw. kalt haben möchte
  • Je Klimagerät benötigt man einen Stromanschluss (zusätzliche Kabelverlegung in der Wand ggf. notwendig)
  • Ich muss dann je Klimagerät einen oder zwei Wanddurchbrüche nach draußen vornehmen, um das Klima-Außengerät bzw. Lüftergitter außen zu installieren (Gebäudehüllendämmung an der Stelle geschwächt)
  • Rein optisch hängen dann überall im Haus diese Geräte (plus außen am Haus Geräte/Lüftungsgitter)
  • Klimageräte sind im Haus über Stunden relativ laut und erzeugen einen ggf. störenden Luftstrom, Wärmepumpen nicht (gerade bei home office könnte das stark stören)
  • Ggf. müssen Kühlflüssigkeiten regelmäßig nachgefüllt werden
  • Der Stromverbrauch kann ggf. deutlich höher sein als bei der Wärmepumpe (gerade bei Billiggeräten ohne Wärmerückgewinnungssystem)
  • Für die Brauchwassererwärmung wird ein Zusatzgerät benötigt: Brauchwasserwärmepumpe, Boiler oder Durchlauferhitzer

Für sehr kleine Wohneinheiten mit wenigen Räumen mag die Klimaanlage ggf. die bessere bzw. kostengünstigere Lösung in der Anschaffung (nicht zwingend im Betrieb) sein, aber ist dieser Preis wirklich der alleinige Entscheidungsfaktor? Bewerte es selbst für Dich.

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Am Haag 6
74838 Limbach-Heidersbach

Tel: +49 6287 277 91 55
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